An(ge)dacht: Denn er hat seinen Engeln befohlen...



Liebe Leserinnen und Leser!


Die Boten Gottes sind für uns Menschen oft nicht fassbar. Und doch lässt sich ihr Wirken erfahren, wie sie uns schützen und ermutigen, wie sie uns Gottes Liebe nahe bringen. Im Rückblick bekennen viele Menschen dankbar: „In wie viel Not hat nicht der gnädige Gott über dir Flügel gebreitet (Evangelisches Gesangbuch 317,3). Aber jeder, der das selbst so erfahren hat, kennt schmerzhafte Beispiele, wo offensichtlich Gottes Schutz gefehlt hat. Wir wissen nicht, wieso es den einen gut ergeht und den anderen nicht. Doch wir dürfen daran festhalten: Nichts kann uns aus der Hand Gottes reißen, was immer uns im Einzelnen zustoßen mag. Darauf dürfen wir unsere Zuversicht gründen, denn „er hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen, dass sie dich auf den Händen tragen und du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest“ (Psalm 91,11-12).
Die Seligkeit von uns Menschen hängt nun nicht davon ab, ob wir bereit sind, mit Engeln zu rechnen. Wohl aber daran, ob wir bereit sind, mit Gott zu rechnen. Und Gott kommt, seit Jesus Mensch geworden ist, sehr menschlich zu uns: In einem Wort, das uns Mut macht; in einem Menschen, der uns gut tut; in einer Begegnung, die uns aufrichtet; in einer stillen Stunde, die wir zum aufzutanken brauchen; in einer Überdosis Hoffnung dort, wo nichts zu erwarten war; in einem Wort der Bibel, das uns plötzlich einleuchtet; in einer ausweglosen Lage, wenn plötzlich der nächste Schritt gelingt! Gott kommt, wie er will, manchmal in Engel- oder in Menschengestalt. Engel sind überall.


Engel ermutigen uns Menschen zum Leben, sie helfen und beschützen uns in sehr vielen Situationen unseres Lebens. Und oft erkenne ich in der konkreten Situation das Handeln und Wirken Gottes nicht, sondern erst viel später. Einfacher wäre es natürlich, ich würde den Boten Gottes sofort erspüren und erleben, wie es der folgende Text zum Ausdruck bringt:
Manchmal wünsche ich mir, ein Engel käme und würde mir den Weg zeigen – wie damals Rafael dem Tobias. Manchmal wünsche ich mir, ein Engel käme und würde mir frohe Botschaft bringen: „Fürchte dich nicht! Bei Gott ist nichts unmöglich“ – wie damals Gabriel der Maria. Manchmal wünsche ich mir, ein Engel käme und würde in all mein Denken hineinsprechen: „Der Immanuel, der Gott-mit-uns ist schon da“ – wie damals der Engel in Josefs Traum. Manchmal wünsche ich mir, ein Engel käme und würde mich zur Krippe führen, wo ich Gott im Unscheinbaren begegne – wie damals der Engel die Hirten in Bethlehem ... Immer wieder, wenn ich um mich schaue, sehe ich viele Engel, die meinen Weg kreuzen – Engel mit Menschengesichtern, Menschen mit Engelsgesichtern, die mich glauben lassen: Die Botschaft von der Menschenfreundlichkeit unseres Gottes, die Kunde seiner Menschwerdung wird täglich neu gesagt: „HEUTE ist Euch in der Stadt Davids der Heiland geboren, Christus, der HERR“.
Ich wünsche Ihnen allen eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit und vor allem wünsche ich Ihnen, dass Sie den Engel neben sich spüren dürfen!

   
   

Ihr Klaus Hillius, Diakon