Newsletter zum Reformationsjahr

Zurück zu den Wurzeln – das war ein wichtiger Grundsatz, der Martin Luther und andere Kirchenleute dazu bewog, vor 500 Jahren die Kirche zu reformieren. Manches von dem, was damals gedacht und geschrieben wurde, ist auch für Menschen im 21. Jahrhundert noch von Bedeutung und kann helfen, Halt, Orientierung und Perspektiven zu finden.

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vergnügt - erlöst - befreit - Newsletter

  • add Newsletter zum Reformationsjahr, Folge 11 (03.06.2017)

    vergnügt.erlöst.befreit  

    Newsletter zum Reformationsjahr, Folge 11 (03.06.2017)

     

    Die Geschichte …

    1525

    Martin Luther heiratet Katharina von Bora. Katharina von Bora hatte bereits mit 16 Jahren ihr Gelübde als Nonne abgelegt. Acht Jahre später verließ sie ihr Kloster mittellos und ohne irgendeine Perspektive. Eine Weile wohnte sie im Haus des Malers Lucas Cranach in Wittenberg. Dort begegnete sie Martin Luther, und nach verschiedenen gescheiterten Versuchen beider, einen Ehepartner zu finden, entschlossen sie sich zur Heirat. Sie zogen in das ehemalige Wittenberger Augustinerkloster ein. Im Laufe der Jahre wurde ihnen sechs Kinder geschenkt. Nur vier davon erreichten das Erwachsenenalter.

     

    … und ich

    Manchmal kommt es anders und zweitens als man denkt… Das Leben ist immer wieder voller Überraschungen. Immer wieder passieren uns Dinge, die wir uns nie hätten träumen lassen – manchmal leider auch Dinge, die wir uns nie freiwillig ausgesucht hätten. Meist sind das kleine Episoden mitten im Alltag. Manchmal aber sind es – wie bei Martin Luther und Katharina von Bora – auch große Wendepunkte, bei denen nicht immer gleich klar ist, wie es weitergeht. Ich glaube, solche Überraschungen gehören zum Leben dazu. Ein Leben ohne Überraschungen wäre kein Leben, sondern eher eine Art Computerprogramm. Ich glaube, Gott will für uns Menschen ein Leben, das wirklich lebendig ist – mit allen Chancen und Gefahren, mit allen Höhen und Tiefen. Ich glaube auch, dass Gott uns so ein Leben zutraut. Aber Gott weiß, dass wir ihn und seine Liebe dafür immer wieder brauchen. Katharina von Bora wusste das auch. Deshalb ließ sie als Geschenk für ihren Mann am Eingang des ehemaligen Wittenberger Klosters einen alten Psalmvers anbringen: „Der Herr segne dich und behüte dich. Er behüte deine Seele. Der Herr behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit.“ (Psalm 121)

    Vielleicht wäre das ja auch etwas für Ihre Haustür, damit Sie regelmäßig dran erinnert werden: Manchmal kommt es anders und zweitens als man denkt… und drittens mit Gottes Segen.

     

    Clemens Grauer

  • add Newsletter zum Reformationsjahr, Folge 10 (17.05.2017)

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    Die Geschichte …

    März 1525:

    In Memmingen treffen sich etwa 50 Vertreter oberschwäbischer Bauerngruppen und formulieren „Zwölf Artikel“, in denen sie für die von ihnen vertretenen Bauern Freiheits- und Menschenrechte einfordern. Sie protestieren unter anderem gegen die Leibeigenschaft und begründen dies mit einer wichtigen Erkenntnis der Reformatoren: „…dass uns Christus alle mit seinem kostbarlichen Blutvergießen erlöst und erkauft hat, den Hirten gleich wie den Höchsten, keinen ausgenommen. Darum erfindet sich mit der Schrift, dass wir frei sind und sein wollen.“

    Als die Bauern ihrem Protest mit Gewalt Nachdruck verleihen, schlägt Martin Luther sich dennoch auf die Seite der angefeindeten Fürsten und veröffentlich eine Schrift „wider die mörderischen und räuberischen Rotten der Bauern.“

     

    … und ich

    Vor Gott sind alle Menschen gleich.“ Dieser Grundsatz, den die Bauern vor fast 500 Jahren formuliert haben, klingt heute nicht mehr revolutionär. Er ist zu einer Selbstverständlichkeit geworden, die fast jeder unterschreiben kann – und die jeder unterschreiben muss, der politische oder gesellschaftliche Verantwortung übernehmen will.

    Allerdings: In der Umsetzung dieses Grundsatzes sind wir offenbar nach 500 Jahren immer noch Anfänger: Mehr oder weniger stillschweigend nehmen wir hin, dass Kinder aus Familien mit wenig Einkommen oder mit Migrationshintergrund deutlich schlechtere Bildungschancen haben als andere. Wir leisten uns im reichen Nordeuropa einen pro-Kopf-Energieverbrauch, der – würde ihn weltweit jeder Mensch für sich beanspruchen – das globale Klima schon längst in die Knie gezwungen hätte. Wir unterstützen mit fast jedem Einkauf ein Weltwirtschaftssystem, das nur funktioniert, weil Menschen in Asien und Afrika die Rechnung dafür bezahlen und ihrer Freiheit beraubt werden.

    Vor Gott sind alle Menschen gleich.“ Wer diesen Satz ernsthaft unterschreibt, stellt sich einer unbequemen, revolutionären Aufgabe: für Freiheit und Gleichheit einzustehen, auch wenn er dabei gegen Mauern und Windmühlen anrennen und mit Kopfschütteln, Anfeindungen und Rückschlägen rechnen muss. Aber ich glaube, das ist es wert. Schließlich hat sich Gott unsere Freiheit auch eine Menge kosten lassen.  

     

    Clemens Grauer

  • add Newsletter zum Reformationsjahr, Folge 8 (Ostern 2017)

    vergnügt.erlöst.befreit

    Die Geschichte …

    1521-1522::Luther wird auf der Wartburg vor der Verfolgung versteckt („Junker Jörg“) und übersetzt dort das Neue Testament, das Septembertestament genannt wird. In Wittenberg finden erste praktische Reformen statt. Abschaffung von Zölibat, Messgottesdienst und Bilderverehrung. Dies verursacht teilweise tumultartige Zustände. Johannes Brenz wird als Anhänger Luthers nach Schwäbisch Hall berufen.

     

    und ich

     

    "Die Bibel muss vom Lesebuch zum Lebensbuch werden", wird Peter Hahne zitiert. Wie gut, dass die Bibel für mich auch ohne Lateinkenntnisse gut lesbar ist. Aber ist sie das wirklich? Es ist zwar nicht Latein, doch wie oft kommt mir das spanisch vor, was ich lese - und wie oft reibe ich mich an dem einen oder andere Bibelvers. "Was willst Du mir damit sagen?" denke ich immer wieder. Da helfen mir die verschiedenen Übersetzungen, die uns heute zugänglich sind, mich dem anzunähern: Luther 2017, Gute Nachricht, Basisbibel, Volxbibel - um nur einige zu nennen. Sei es in Papierform, oder als App auf meinem Smartphone. Was wohl Martin Luther dazu sagen würde, wenn er wüsste, wie verbreitet die Bibel heute ist? Ich meine, das Zitat von Peter Hahne hätte auch von Martin Luther sein können.

    Jens Lampart

  • add Newsletter zum Reformationsjahr, Folge 7 (06.03.2017)
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