An(ge)dacht

Liebe Leserinnen und Leser!


mit großen Schritten nähern wir uns Ostern. Wenn es im Neuen Testament eine gute Nachricht gibt, dann doch ganz gewiss die:

“Er ist nicht hier; Gott hat ihn vom Tod erweckt!”

Diese Botschaft verkündigt der Engel Maria aus Magdala und den anderen Frauen, die sich mit ihr zum Grab Jesu aufgemacht haben.

Die Osterbotschaft: “Er ist nicht hier; Gott hat ihn vom Tod erweckt!” trägt beides in sich, Entsetzen und Jubel.

Es heißt, als die Frauen zur Grabkammer Jesu kommen, finden sie den Grabstein weggewälzt und das Grab leer.

Da kommt Panik auf. Sie fliehen von dort und erzählen niemandem davon.
Blankes Entsetzen packt sie.
Es heißt, ein Bote habe zu den Frauen gesagt:
“Er ist nicht hier, er lebt!”
Diese Nachricht grenzt an Wahnsinn. Das kann keiner glauben. Aber der Engel gibt ruhig und überzeugt Auskunft, als wäre das eine Selbstverständlichkeit, als gäbe es gar keine andere Lösung.
“Habt keine Angst, Gott hat ihn vom Tod erweckt!”

Hätte ich nur solche Ruhe und Sicherheit in mir, könnte ich doch so selbstverständlich Auskunft geben! Aber da ist das Zittern in mir, die alten Erfahrungen hemmen mich, sie behaupten das Gegenteil - tot ist tot, ein zweites Leben gibt es nicht.

Eine Reinkarnation ist in der christlichen Osterbotschaft nicht gemeint. Auf- erweckung hat eine andere Qualität. Nicht ein zweites oder drittes Leben wird zugesagt, sondern das durch Gott geschenkte Leben in seiner Gemeinschaft.

Bei Gott zu sein, das ist Auferstehung. Darum der Jubel.

In diesem Sinne: Frohe Ostern!

CL-Si